Gerade gehts ein wenig schleppend voran. Damit hier nicht die Artikel komplett ausbleiben schiebe ich mal einen Beitrag zu einem Feature ein, dass man vor allem aus den Grafik-Adventures kennt und das auch von Monkey Island – The RPG gewürdigt werden wird: die bodenlosen Hosentaschen.

Wem der Begriff nichts sagt: In vielen Adventures kann der Protagonist alles einstecken, was nicht niet- und nagelfest ist, selbst wenn es die Größe einer Leiter oder Holztruhe hat. Manche Spiele haben sich einen Spaß darauf gemacht, Special Animations zu kreieren, in denen der Charakter sich besagte Leiter wieder aus der Hosentasche oder dem Mantel zieht.

Monkey Island – The RPG bleibt diesem Konzept so weit es geht treu, wobei einige regeltechnische Einschränkungen nötig sind. In PC-Spielen konnte man ohnehin nur mitnehmen, was auf dem Bild als Hotspot verfügbar war. In einer RPG-Welt kann der Spieler hingegen mit so ziemlich allem interagieren. Da könnte eine zu liberale Inventar-Politik zu einigen Problemen führen:

  • Ein Spieler will sich nach dem Anlegen kurzerhand sein Schiff in die Tasche stecken.
  • Ein Spieler will sich einen anderen Charakter in die Tasche stecken, um ihn ungesehen zu transportieren.
  • Ein Spieler lässt seinen Charakter wirklich alles mitnehmen, was ihm in die Finger kommt und hat bereits in der zweiten Location ein zehnseitiges Inventar zu managen. Die Qual der Wahl, etwas mitzunehmen oder dazulassen hat er gar nicht erst.

Diese Fälle möchte ich gerne vermeiden, ohne dabei zu rigide zu sein. Man könnte den RPG-klassischen Weg der Tragkraft gehen, das würde das Konzept bodenloser Hosentaschen aber geradezu torpedieren. Außerdem ist dies eine der am häufigsten ignorierten, weil mit unheimlichem Verwaltungsaufwand verbundenen Regeln. Stattdessen gilt Folgendes:

  • Alles was kleiner als der Charakter selbst ist passt in die Hosentaschen.
  • Ausgenommen sind Lebewesen größer als eine Schildkröte.
  • Voraussetzung ist logischerweise auch, dass der entsprechende Gegenstand mitnehmbar ist und nicht z. B. fest mit dem Fußboden vernietet. Ich denke, das versteht sich von selbst.
  • Im Inventar ist Platz für 40 Gegenstände. Mehrfach vorhandene identische Gegenstände belegen zusammen nur einen Slot.

Ich denke, mit einem willkürlich in der Anzahl limitierten Inventar ist das System sogar als nette Hommage daran zu verstehen, dass Inventars manchmal schlicht dadurch beschränkt waren, dass die Menüs nicht scrollbar waren.

 

 

 

Bodenlose Hosentaschen

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