Jeder Charakter in Monkey Island – The RPG wird einen Beruf erlernen können. Wobei das viel weniger die tatsächliche Ausübung eines Berufes bedeutet – weder wird man dazu gezwungen, einen Teil seiner Zeit mit Arbeit zu verbringen, noch wird es einen entsprechenden Lohn geben – sondern vielmehr die Mitgliedschaft in der entsprechenden Gilde.

Das Spiel wird zehn Gilden umfassen:

  • Anwälte
  • Artisten
  • Barbiere
  • Fischer
  • Gärtner
  • Kaufmänner
  • Köche
  • Piraten
  • Steuermänner
  • Voodoopriester

Die Liste ist ein Kompromiss daraus, die Welt von Monkey Island möglichst gut abzubilden und möglichst viele der darin kennengelernten Charaktere spielbar zu machen und auf der anderen Seite das eigentlich schlanke Regelwerk nicht mit ausufernder Breite der Berufsoptionen zu überfüllen. Denn so wichtig sind Berufe eigentlich gar nicht. Berufe bzw. Gilden sollen vor allem zwei Funktionen im Spiel erfüllen:

  • Charaktere stärker voneinander abgrenzen und eine spezialisierte Entwicklung begünstigen
  • Den Spielern den Einstieg in die Spielwelt erleichtern, indem ihre Charaktere direkt eine klare Motivation und anstehende Aufgaben erhalten

Der letztere Punkt wird dadurch abgedeckt, dass ein Charakter getreu dem allerersten Monkey Island nicht einfach ohne weiteres in eine Gilde eintreten kann, sondern dazu eine Prüfung ablegen muss. Diese Prüfung entspricht einem verhältnismäßig einfachen und relativ kurzen Abenteuer, dessen erfolgreicher Abschluss mit dem Eintritt in die Gilde belohnt wird. Jedes dieser Abenteuer deckt eine Prüfung für einen Charakter ab, kann aber auch von Gruppen gespielt werden, wobei der Gildenanwärter die Führung übernehmen soll.

Die Spieler brauchen sich also nur entscheiden, einen Beruf ergreifen zu wollen, dann ergeben sich die Motivationen der Charaktere und die ersten Abenteuer von ganz allein. Zusammen mit dem Regelwerk möchte ich zwei fertige Abenteuer zu solchen Prüfungen veröffentlichen, das für die Piratengilde ist bereits in Arbeit. Perspektivisch können für die anderen Gilden dann noch entsprechend weitere kommen.

Dazu kommen die Meisterprüfungen, die am anderen Ende der Ausbildung in einer Gilde stehen. Hat ein Charakter seine Ausbildung durchlaufen, so kann er eine Meisterprüfung ablegen, die ebenfalls durch ein Abenteuer abgebildet wird, bei dem seine in der Gilde erlernten Fähigkeiten im Vordergrund stehen, das aber deutlich schwerer sein soll. Während Aufnahmeprüfungen so ausgelegt sind, dass man an ihnen eigentlich nicht scheitern sollte, ist dies bei Meisterprüfungen durchaus eine Option. Wird die Prüfung geschafft, so erlangt der Spieler die Möglichkeit, seinen Charakter in der dem Beruf zugeordneten Disziplin ausnahmsweise auf den meisterlichen Wert 7 zu steigern und damit allen Nichtmitgliedern der Gilde auf jeden Fall voraus zu sein.

Welche Vor- und Nachteile eine Gildenmitgliedschaft sonst so mit sich bringt, darauf gehe ich im nächsten Artikel genauer ein. Es gibt wohl keinen Abschnitt in den Regeln, der so oft umgeschrieben und wieder verworfen wurde wie dieser. Das ist auch der Hauptgrund, warum die Posts dazu so lange auf sich warten ließen.

 

Berufe und Aufnahmeprüfungen I

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